Lenin und Carlo -[by „Öffis“ since 1257km]-
Mit den Öffis nach Bangkok… geht das überhaupt? Na klar! In jedem Land wollen die Leute von A nach B kommen, manchmal aber auch andersrum. Manchmal wollen die Leute auch einfach mit dem Bus oder Zug in ein anderes Land fahren, weil z.B. im eigenem alle Sonnenliegen mit Handtüchern reserviert sind. Wenn man aber statt in EIN anderes Land zu fahren ACHT andere durchquert, ist man auf einmal in Bangkok.
Dazu noch schnell den Wikipedia – Öffis Artikel überflogen: Ja, auch den Fernverkehr kann man als Öffentlichen Verkehr oder schlicht „Öffis“ bezeichnen… gut, dann wäre das schon einmal geklärt…

Jetzt noch zu der Frage: „Warum, wenn fliegen doch viel einfacher ist?“
Nun, das erste Mal kam mir die Idee 2010/2011 als ich in Australien war… Die Transibirische Eisenbahn, das klingt mega spannend und irgendwie auch sehr abenteuerlich. Wie das nunmal so mit Ideen ist, werden die gerne verschoben, aber trotzdem fand sie einen Platz auf meiner Löffelliste (die Liste, was ich noch machen möchte, bevor ich den Löffel abgebe).
Bei meiner letzten Reise nach Asien (2013/2014) war ich mir 100% sicher: Ich will mit der Transibirischen Eisenbahn heimfahren. Doch es scheiterte. Zum Einen hatte der Reisepass nicht mehr genug freie Seiten für die China und Russland Visa und dazu kam noch, dass es wohl alles andere als leicht sei, ein Visum für Russland, in Asien, zu bekommen. Aber hey, aller guten Dinge sind drei…

Nun sitze ich hier mit Julia, meiner Begleitung, in Minsk und was soll ich sagen…. es geht los…. immer gen Osten… zig Tage in Bus & Bahn… aber das Ganze mit einem sehr sehr guten Gefühl…

Immer auf den letzten Drücker – 4 Stunden bevor der Bus nach Minsk losrollte, durfte ich meinen Reisepass mitsamt dem letzten benötigten Visum an der Weißrussischen Botschaft abholen. Puh, Glück gehabt! Am Freitag zuvor hatte man mir aber zugesichert, das es auf jedenfall an meinem Abreisetag fertig ist. Sie haben wortgehalten.
Leicht verspätet, aber immernoch 20 Minuten vor Abfahrt treffe ich am Busbahnhof, in Berlin, ein. Für Julia, sie sichtlich angespannt und doch auf einmal erleichtert, ist es die erste große Reise ausserhalb von Europa. Eigentlich wollte sie diesen Sommer mit dem Fahrrad nach Skagen fahren… jetzt fährt sie (mit) bis Hanoi.

Unser erster Stop: Vilnius – die Hauptstadt von Litauen… noch nie zuvor den Name bewusst wahrgenommen. Eine Stunde Pause bis der nächste Bus nach Minsk fährt… Anscheinend war der Bus von Berlin zuschnell, den unsere Uhr sagt der Bus kommt erst in zwei Stunden. Ach, total übermüdet nach 17 Stunden Busfahrt stellten wir fest, dass hier schon eine Stunde Zeitverschiebung war. Das hätte in die Hose gehen können… Also doch nur eine Stunde Pause.

Nach 22 Stunden Busfahrt und 1257 zurückgelegten Kilometern erreichten wir endlich Minsk. Nachdem wir uns durch den, von Plattenbauten, überfluteten Außenring gekämpft hatten erreichten wir die Innenstadt. In dem ersten, etwas „schöneren“ Gebäude gegenüber des Bahnhofs, befand sich unser Hostel, welches allerdings sehr gut versteckt war und uns eine Stunde beanspruchte es zu finden.
Den Nachmittag und den nächsten Tag verbrachten wir damit die Stadt zu erkunden. Die Anzahl der Sehenswürdigkeiten war sehr überschaubar, deswegen war es auch nicht sehr schlimm, das wir nur anderthalb Tage hier verbracht haben um am Tag darauf mit dem Nachtzug weiter nach Moskau zu fahren.

PS: Wir kämpfen hier mit dem kyrillischen Buchstaben. Mit wir meine ich mich. Julia konnte es binnen einer Stunde… aber hey, Google Translate funktioniert auch gut… 😀